Der Weg ist das Ziel

Wir alle streben der Selbstverwirklichung an. Der Weg dahin ist jedoch manchmal steinig. Das erste Hindernis ist, die bequeme Hängematte der Festanstellung zu verlassen. Allein der Gedanke, dass man sagt: „Ich hatte einen gut-bezahlten Job, der gar nicht mal so schlecht war“; neigt zur klassischen Idealisierung der Vergangenheit.  Fragen wie: Schaffe ich das? Wird das gut gehen? Wird es reichen? Kann ich davon leben?

Sätze wie:“So einen Job, werde ich ganz bestimmt nicht wieder finden.“ Fragen über Fragen, die einem durch den Kopf gehen. All‘ das lässt Zweifel aufbringen, kann beängstigend sein und so beginnt man gleich die Zukunft zu dramatisieren.

Der Wunsch sollte trotz aller Stürze und Hindernissen bestehen bleiben. Kämpfe für deine Träume um sie zu leben. Wo der Wille ist – ist auch ein Weg. Es mag dauern aber irgendwann kommt man an.

Ghana Girls im Gespräch

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Die Fernsehsendung „Hier und Heute“ des Westdeutschen Rundfunks zeigt ab heute Abend, den 24.08 bis Freitag, den 28.08 eine Reportage über drei ghanaische junge Frauen, die in Nordrhein – Westfalen leben; wie sie ihren Alltag beschäftigen und vor allem was sie bewegt.

Anita, Biggi und Rika zeigen wie sie ihr Leben als Afrodeutsche mit ghanaischer Herkunft planen um ihre Träume zu verwirklichen. Anita, die zum Beispiel, ihr Studium für ihre neu entdeckte Leidenschaft als Friseurin aufgeben möchte; Biggi, die nach ihrem erstmalig Langaufenthalt in Ghana, nun einen guten Vergleich zu ihrem Leben in Deutschland machen kann und Rika, die das Privileg hat, zwei fürsorgliche Frauen in ihrem Leben zu haben, die ihre Mütter sind. Ihre eigene und ihre deutsche Pflegemutter.

Die Sendung mit Reportage- und Dokumentationsformat wird täglich von Montag bis Freitag um 18.05 Uhr und am Samstag um 18.20 Uhr ausgestrahlt. Die Themen haben meist entweder einen regionalen, aktuellen gesellschaftlichen oder politischen Bezug. Unter der Woche in der Form einer 15-minütigen Reportage und am Samstagabend in der Form einer 30-minütigen Dokumentation.

In wiefern die Familie und Freunde das Leben und den Alltag der Mädels begleiten lässt sich ab heute um 18.05 Uhr zeigen. Schaltet ein. Nicht verpassen.

Ghana Girls – Folge 1 bis 5, WDR 24.08.2015 – 28.08.2015       18.05 Uhr – 18.20 Uhr

Eine Doku-Serie von Tanja Reinhard und Jörg Laaks

Morgenstern!

Sonntag, der 14. Juli, das fängt ja schonmal gut an. Ein Tag vor meinem 25. Geburtstag werde ich zur Probearbeit gebeten. Ich begebe mich mit Mühe aus dem Bett und mach mich fertig für den Start in den Tag. Und als ob es nicht schon reicht mit meiner eingeschränkten Begeisterung,  zur Arbeit gehen zu müssen, fängt meine Schicht um 9Uhr an.

Es sind stechende 31grad am Frühen Morgen. London blüht. Da mir aber im Vorein bewusst ist, dass ich nichts vom Tag zusehen kriege, lasse ich doch lieber gleich meine Sonnenbrille zuhause. In Schale brauche ich mich auch nicht zuwerfen, da die Arbeitsvorschrift es wünscht, dass alle Angestellte bereits in Uniform auf Arbeit erscheinen. Ein ganz grelles rotes Tshirt, blaue Jogging und Turnschuhe. Es würde mich nicht wundern, wenn ich bereits auf dem Weg zur Arbeit, von Kunden über Produkte ausgefragt werde.

Ich schaffe es noch rechtzeitig zur meiner Bushaltestelle und bin auf Chillmodus für meine halbstündige Busfahrt zum Ziel. Ausgestattet mit meiner Capri Sonne und mein derzeitiges Lieblingsbuch; Americanah, geschrieben bei der Authorin Chimanda Ngozi. Jedoch kommt es mir nicht gleich zum Lesen, da ich bereits gewöhntes Übertriebens der Londoner auf den Strassen bemerke, ich aber wiedermal erstaunt bin. Die Menschen sind so leicht bekleidet, man könnte glatt von einem kommerziellen FKK Strand auf den Strassen ausgehen. Ja, Sonne in London kriegt man nicht oft zu geniessen, vorallem nicht wolkenfrei – heisst aber wieder gleich mal hier: “Lasst uns ausrasten, am besten nackt, es mag die letzen Sonnenstrahlen sein“!

Genug gesehen, nun komme ich doch zum Lesen. Ich lese und lese, und blätter von Seite zu Seite. Kaum zu fassen, dass ich doch tatsächlich 20 Pfund für dieses Buch ausgegeben habe. Es ist es wert. Ich liege gut in der Zeit und bereite mich mental vor eine positive Einstellung auszustrahlen sobald ich mich meinem Ziel nähere. Meine Gedanken schweben von A – Z. Ein Marathon an Fragen, die einer Studium- Absolventin, wie mir durch den Kopf schwirren. Warum bin ich noch nicht reich? Warum habe ich noch keine vollzeitige Arbeitstelle im Medienbereich, zugesagt bekommen? Wie lange schaffe ich es mental und körperlich 3 Jobs zu balancieren?

Ich wünschte, ich wäre auf einem Ponyhof oder einem Wunschkonzert. Nun verläuft das Leben manchmal doch nicht ganz wie man es sich wünscht. Ich gebe meinen Träumen nicht auf und kämpfe mich Weiterhin zu meinem Ziel durch. Ich weiss was ich will, auch wenn mir derzeit einige Hindernisse im Weg stehen und die versuchen mich zu brechen, weiss ich das dies eine Vorbereitung auf ein besseres und mir Gewünschts und hart-erarbeitetetes Leben wird. Ich mag mich zwar leider öfters in Tiefgedanken verirren, bin aber trotzdem dankbar für jede Möglichkeit die mir im Leben widerfährt und weiss mit dem Segen Gottes, meine Zielstrebigkeit und Kampfgeist werde ich es schaffen. Die Kombination meiner derzeitigen Arbeit als Dolmetscherin, Tanzlehrerin und Verkäuferin halten mich fit und geben mir noch zudem es Hektik klingt eine gute Abwechslung, Energie und lehrt mich das ultimative Multitasking. Ich schäme mich für Nichts und Niemanden und bin keinem ausser meinen Afrikanischen Eltern eine Erklärung zu meiner Lebensplanung schuldig. Ich habe die Unterstützung, Liebe und Zuspruch meiner Familie und habe den Willen, egal was ich Tue, das Beste draus zu machen.

Genug zur Tagträumerei, da mein Buch auf mich wartet. Kurz bevor ich mich wieder zum Lesen vertiefe, werde ich doch tatsächlich von einem jungen Mann angesprochen, der eben erst dazustieg und nirgendwo sonst als neben mir einen Sitzplatz “geunden“ hat. Er war zwar ganz süss, mir meiner Meinung nach aber zu fröhlich an einem Sonntag morgen um 8.15Uhr. Er singt ganz laut, ohne Rücksicht das Lied von Justin Timberlake – Suit mit. Zu meiner Überraschung, fällt ihm doch auf, dass ich am Lesen war.

Er tippt mich an und fragt mich über mein Buch aus. Ich erzähle ihm davon und empfehle ihm die Autorin. Ich Eierkopf, hätte aber durschauen müssen, dass der Stereptyp eines Schwarzen gutaussehenden Londoner Casanova; nicht umsonst da ist. Kurz nach dem ich ihm ein Roman des Buches gebe, entpuppt er sich doch gleich mit seiner Anmaschetaktik.

Fragen über Fragen:  What is your name? Where are you from? Tell me about Ghana! Tell me about Germany! What do you know about Sout Africa? Are you working local? Do you love reading? Where is your accent from? Do you think I am being to direct? Are you cool with me talking to you? Why are you so smart? Why are you so pretty? What have you studied? Do you love life? Do you love London?

Das Interview, hätte glatt von mir kommen können, da ich Journalismus studiert habe. Es hörte nicht auf, ich kam so gut wie gar nicht zum Weiterlesen und das Gespräch war trotz dem sehr angenehm, nicht aufdringlich oder nervig. Es schien´ manch´andere Passagiere Gefallen zuhaben einfach mal mit beim Gespräch zuzuhören und mitzulachen.

Der Moment war gekommen. Das Verabschieden mit einer neuen Bekanntschaft. Ich sah es ihm an, dass er sich gut überlegte, wie er nach meiner Nummer fragen kann. Bevor es dazu kam, erzählte er mir, wie Schön das Leben und Schicksal sein kann und das man jeden Moment in vollen Zügen, Leben und geniessen soll. Er machte bereits schonmal den Fehler eine neue Bekanntschaft aus Angst zu Direkt zuwirken nicht nach der Nummer zufragen und er bereut es bis heute. Nun ja diess ist meiner Meinung nach eine leichte Masche, da er dieses bestimmt schon 10 weiteren Mädels gesagt hat. Ich hörte ihm Geduldig zu und die Frage kam zum Glück doch nicht. Er veraschiedete sich und stieg aus.

Ich stieg 2 Haltestellen nachher aus und begab mich auf meinem Weg zur Arbeit. Der junge Mann tauchte plötzlich auf. Es machte sofort Klick bei mir. Er scheint wohl tatsächlich sich in der Nähe auszukennen und sich aufgehalten zuhaben. Danke meiner grellen auffallenden Uniform und Aufschrift, wusste er doch Gleich wo er mich finden kann. Was für ein Scherzkeks. Er kommt auf mich zu mit einem weitem Grinsen im Gesicht und machte mich auf einen angeblichen Zufall aufmerksam.

Nun packte er sich doch allen Mut zusammen und fragte mich nach meiner Nummer. Da ich nicht jedem Gleich meine Nummer zustecke, bat ich ihm mir seine zugeben und da ich “kein Guthaben“ habe, werde ich doch sobald wie möglich bei ihm anklingeln lassen . Eine meiner Maschen um meine Nummer nicht gleich Jedem rauszurücken. Es war eine formale Abfuhr, aber wer weiss, wer weiss, vielleicht werde ich mich doch mal bei dem Südafrikaner  namens Dale – der  mit den Haselsnussfarbenden Augen melden. Auf zur Arbeit. Let the day at work begin.